Dezember 2012 – (NRZ) Schiller lesen und die Nachtmusik tanzen

Zum neunten Mal präsentierte der Förderverein Herz-Jesu-Kirche Oberlohberg “Lyrik und Musik im November”. Schiller, Mozart und Ballett sorgten für ein volles Gotteshaus.

Ihr Geläut hat Generationen von Schülern zur Verzweiflung gebracht. Bis heute wecken die gefühlten 1000 Verse, in die Friedrich Schiller 1799 das Werden einer einzigen Glocke goss, bei vielen Menschen böse Erinnerungen an lustloses Auswendiglernen, dem in endlos erscheinenden Deutschstunden dumpfes Interpretieren zu folgen pflegte. Dass sich der Dichter auch sinnlich erfahren lässt, zeigte der Förderverein Herz-Jesu-Kirche Oberlohberg mit der neunten Veranstaltung der Reihe “Lyrik und Musik im November”. Unter dem Titel “Klassik, Tanz etc…” vereinte das 75-minütige Programm Rezitation mit Musik und Ballett.

Vereinsvorsitzende Käthi Klein hatte den Abend als “Experiment” angekündigt, das überraschen wolle. Neugierig auf diese Überraschung waren so viele Besucher, das nicht nur die Bänke der Herz-Jesu-Kirche voll besetzt waren, sondern auch noch jede Menge Stühle in das Gotteshaus geschafft werden mussten. Das Akkordeonorchester Oberhausen eröffnete den Kunstgenuss mit dem “Trumpet Voluntary” des englischen Barockkomponisten Jeremiah Clarke. Das Ballettensemble von Kristina Jefimowa übersetzte die festlichen Klänge in anmutige Bewegungen.

Dem folgte der erste Schiller. David Zieglmaier, Schauspieler der Burghofbühne, las “Die Bürgschaft”, jene gewaltige Ballade, in der der Dichter 1798 Treue und Freundschaft bis über den Tod hinaus beschwor. Mit kraftvoller Stimme schmetterte Zieglmaier die Verse in das Kirchenschiff, ließ sie nachhallen, setzte Akzente durch wohl gewählte Pausen und widerstand geschickt der Versuchung, durch ein Zuviel an Tempo das dramatische Finale zu verstolpern.

Staunen, kräftiger Applaus – plötzlich war die Tür zu Schiller wieder einen Spalt weit geöffnet. Ein einziger Text hatte genügt, um zu verstehen, was Sigrid Buchheim eingangs über den Dichter gesagt hatte. Er blicke in die Geschichte und zu Gott. Dabei sei der Tod allgegenwärtig. “Mal siegt er, und mal ist er der Verlierer.” “Der Taucher”, vorgetragen von Rosa Grunicke, der neuen Abendspielleiterin des Landestheaters, endet tödlich. Auch in “Die Kraniche des Ibykus” fließt Blut. Grunicke verstand es, den hohen geistigen Anspruch dieses etwas in Vergessenheit geratenen Werkes herauszuarbeiten, ohne dabei das Volkstümliche zu vernachlässigen. Auch für ihren Vortrag gab es kräftigen Beifall.

Dem Wort folgte der Klang. Das Akkordeon-Orchester Oberhausen unter der Leitung von Heinz Kruza überzeugte mit “Eine kleine Nachtmusik” von Mozart. Zur Freude des Publikums gab es diesmal nicht nur den viel gespielten ersten Satz (Allegro), sondern auch die Romanze, das Rondo und zum Finale das Menuetto. Das sanfte “Ave Verum”, Mozarts himmlisches Gebet an den Erlöser, der für die Sünden der Menschen sein Blut vergossen hat, wäre gut ohne Balletteinlage ausgekommen. Das Finale der “Nachtmusik”, das Kristina Jefimowa mit einem Solo adelte, gewann durch den Spitzentanz.

Zum Schluss gab’s Pathos, Euphorie, ein Schwelgen in Gefühlen: Schillers freundschaftstrunkene, weinselige “Ode an die Freude”, erst gelesen, dann gesungen. Beethoven für alle. Das Publikum stimmte mit ein. Es tat es in dem guten Gefühl, dem deutschen Klassiker Friedrich Schiller, der die geistvollen Dinge bis heute klug in Erinnerung zu rufen versteht, wenn man ihm nur gut genug zuhört, ein Stückchen nähergekommen.

November 2012 – (WAZ) Musiker begeisterten mit großer Spielfreude

Beim Jubiläumskonzert des Akkordeonorchesters

Das Akkordeon Orchester Oberhausen e. V. gehört seit vielen Jahren zur Spitze der Oberhausener Kulturszene. Das zeigten die Akkordeonisten mit einem bunten Programm bei ihrem Festkonzert in der Luise-Albertz-Halle.

Gekonntes Zusammenspiel
Im ersten Konzertteil stellte das Erwachsenenorchester, NRW-Landesmeister 2012 beim Wettbewerb des Deutschen Harmonika Verbands (DHV), sowohl in der Festive Overture von Shostakovitsch als auch beim gespenstisch anmutenden Danse Macabre im gekonnten Zusammenspiel sein Können unter Beweis. Ausdrucksstark mit differenzierter Dynamik in buntem Wechsel von unterschiedlichen Registerklängen wurden die Schwabenstreiche des zeitgenössischen Komponisten Adolf Götz in sieben Variationen über das Volkslied “Jetzt gang i ans Brünnele” dargeboten. Die ehemalige Konzertmeisterin Sabine Könke brillierte als Solistin mit Piazzollas Adios Nonino, den ersten Teil rundete das Kinderorchester ab, das sein zehnjähriges Konzertjubiläum feierte.

Von der rockig poppigen Seite präsentierte sich das vor zwei Jahren gegründete Unterhaltungsorchester. Unter der Leitung ihrer Dirigentin Galina Dumrauf begeisterten die Musiker mit großer Spielfreude, unterstützt durch die junge Sängerin Christina Pekel beim kraftvoll und gleichsam berührend vorgetragenen Titellied “Nur für mich” aus Les Miserables.

Danke für die Musik als Zugabe
Mit Film- und Musical-Melodien und dem abschließenden furiosen Medley aus “Lord of the dance” komplettierte das Erwachsenenorchester ein Programm, das die große Bandbreite des Akkordeonspiels aufzeigte und zu Recht von seinen treuen Anhängern begeisternd gefeiert wurde. Mit der Zugabe “Thank you for the Music” endete ein überzeugender Musikabend, der Musikern und Publikum in guter Erinnerung bleiben wird.

September 2012 – (WAZ) Mit Sangesfreude und Biss

150 Jahre Oberhausen: Chöre begeistern mit Abschlusskonzert

150 Jahre Oberhausen, 50 Jahre Luise-Albertz-Halle – das ist eine Festwoche wert. Deren letzte Veranstaltung fand unter dem Motto “Taste trifft Stimme” mit einem Großaufgebot von Mitwirkenden statt.

Mit von der Partie waren das Akkordeon-Orchester Oberhausen unter der Leitung von Galina Dumrauf und Heinz Kruza, die Chorgemeinschaft “MGV Cäcilia” und der Kolpingchor” Sterkrade, der Frauenchor “Cantabile” Buschhauen, alle unter der Leitung von Marco Rohde. Schließlich Helga Borns als Gesangssolistin und Beate Grziwotz am begleitenden Klavier.

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Die eröffnende “Rhapsodia Andalusia” des Akkordeon-Orchesters zeigte das Niveau, auf dem auch in den anderen Beiträgen musiziert wurde: Spielfreude paarte sich mit Gespür für klangliche Differenziertheit, auch rhythmisch vertrackte Partien hatten den nötigen Biss.

Auf vergleichbarem Niveau waren die Darbietungen der Chöre, wobei vor allem der Frauenchor durch die Verbindung von Präzision mit sicht- und hörbar swingender Singfreude gefallen konnte. Besonders bejubelt sein mit komödiantischem Witz ausgestattetes “Schuld war nur der Bossanova”. Zur Pause und zum Schluss versammelten sich alle Ausführenden auf dem Podium.

Die Steigerung in “Conquest of Paradise” geriet auf diese Weise sehr beeindruckend, aber erfreulicherweise nicht so überzogen, wie man es bei der Vielzahl der Mitwirkenden hätte befürchten können.

Eine Facette eigener Art brachte die Solistin Helga Borns mit einem Hildegard-Knef-Medley ins Programm: Mit etwas rauchiger Stimme kess pointiert bis leicht lasziv. Dass das Ganze nicht ohne Zugaben schloss, versteht sich fast von selbst.

Von einer Konzert-Reihe zu dem gegebenen Anlass wäre eigentlich zu erwarten, dass sie das entsprechende Profil einer Stadt in ganzer Bandbreite wenigstens andeutet. Es gibt in Oberhausen hervorragende Chöre, die seit Jahren die größten Werke der Chorliteratur in beeindruckender Weise zu Gehör bringen. Die Stadt hat mehr zu bieten, als “nur” gepflegte Volkstümlichkeit.

26.10.2011 – (Wochenanzeiger) Überzeugender Auftritt

Mit einem großen Erfolg ist das Akkordeon-Orchester Oberhausen vom Landesorchesterwettbewerb in Paderborn zurückgekehrt. Für seine musikalische Darbietung wurde das Orchester von der Fachjury mit dem Höchstprädikat hervorragend (23,6 von 25 möglichen Punkten) bewertet und belegte damit den zweiten Platz in der Gruppe der Akkordeon-Orchster, der die Möglichkeit der Teilnahme am Deutschen Orchesterwettbewerb 2012 offen läßt.

Wer die Akkordionisten live erleben will, kann das am Sonntag, 13. November tun. Dann findet um 18:00 Uhr das traditionelle Festkonzert des Akkordeon-Orchesters in der Luise-Albertz-Halle statt. Karten zu diesem Konzert sind unter 0152/09990435 oder bei der Tourist-Information gegenüber des Hauptbahnhofs zu erhalten.

22.11.2010 (RP) – Tango in der Kirche – zarte Berührungen und große Gefühle

von Ralf Schneider, Rheinische Post

Dinslaken (RP) Die Liebe triumphiert über das Verlangen, Sehnsucht und Melancholie werden zu respektvoller Geste und leiser Bewegung, zu behutsamer Annäherung und zartem Schweben. Tango in einer Kirche zu tanzen, verlangt Respekt vor dem sakralen Raum. Zollen ihn die Tänzer, eröffnen sich ihnen neue Möglichkeiten der Berührung, des Loslassens und Sich-Findens. Auch aus der Distanz beobachtet, ist dies ein Erlebnis. Die rund 140 Besucher in der Herz-Jesu-Kirche Oberlohberg spürten dabei zugleich große Nähe. In der Reihe “Lyrik und Musik im November” präsentierte der Förderverein der Kirche am Sonntagabend als drittes Element den Tanz. Passend zum Thema “Toca me” – das ist Argentinisch und bedeutet “Berühre mich!” – konnte dies nur der Tango sein.

Die Akustik in der Herz-Jesu-Kirche begeisterte auch das Akkordeonorchester Oberhausen. Unter der Leitung von Heinz Kruza spielten die Musiker Stücke von Astor Piazzolla.

Perfekte Harmonie

Melanie Bongert und Peter Keup präsentierten ihn in perfekter Harmonie. Gerade so, als wollten sie das Publikum spüren lassen, was der argentinische Komponist und Bühnenautor Enrique Santos Discépolo damit meinte, als er sagte, Tango sei ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann. Musikalisch unterstützt vom Akkordeonorchester Oberhausen, das die Reise nach Lateinamerika mit einigen besonders getragenen und sehr gefühlvollen Kompositionen von Astor Piazzolla begleitete, übersetzte das Paar diesen Gedanken in Drehungen und Achten, enges Kreuzen der Beine und schwungvolles Spiel mit dem Abstand soweit es die begrenzten Platzverhältnisse im Mittelgang des Gotteshauses erlaubten. In vorangegangenen Veranstaltungen hatte das Wort stets mehr Gewicht als der Klang. Diesmal gelang es dem Förderverein, Literatur, Musik und Tanz so miteinander zu verbinden und ineinanderfließen zu lassen, dass jede Darbietung für sich genommen das Publikum berührte, zugleich aber unverzichtbarer Bestandteil eines vollkommenen Dreiklangs war. Musik und Tanz erschöpften sich nicht darin, stimmungsvolle Brücken zwischen den Textblöcken zu schlagen. Sie ergänzten die Lyrik.

Auch die hatte ihren ganz eigenen Klang. Den Schwerpunkt bildete das Werk des argentinischen Dichters Jorge Luis Borges. Lars Helmer, leitender Dramaturg der Burghofbühne, rezitierte Milongas, eine Weiterentwicklung der improvisierten Lieder der Gauchos, Lieder, in denen von Unschuld und Mut die Rede ist, von Feindes Messern und stummen Dolchen. Auch stellte er einige von Borges’ Gedichten vor, jedes einzelne ein komplexes Gedankengeflecht. Es zu entschlüsseln, kostete mitunter einige Mühe. Wer die nicht aufbringen wollte, konnte sich aber auch nur dem Wohlklang der Worte hingeben. Und das in zwei Sprachen: Lars Helmer trug die Gedichte in deutscher Sprache vor, Dr. Jimena Torres auf Spanisch. Auch das berührte die Zuhörer. Das Publikum applaudierte lang und kräftig.

8.11.2010 (WAZ) – Viel Qualität und Tempo

Robert Weinsheimer – WAZ

Das Akkordeonorchester-Oberhausen unter der Gesamtleitung von Heinz Kruza lud am Samstag zum Konzert in die Luise-Albertz-Halle und bot neben Bearbeitungen klassischer Literatur auch Originalkompositionen und Südamerikanisches. Als Gast trat das Duo Bardic an, das mit Geige, Gitarre und Gesang irisch-schottischen Folk-Rock präsentierte.

Der Abend begann anspruchsvoll mit Tschaikowskys “Capriccio italien”. Wie im ursprünglichen Orchesterwerk kamen Pauken und Schlagwerk zum Einsatz, die Akkordeonisten übernahmen hauptsächlich den Part der Streicher. Etwas gewöhnungsbedürftig war zunächst der Klang der drei Synthesizer, auf denen die übrigen Orchesterstimmen der Bläser, Harfe usw. simuliert wurden.

Umso erstaunllicher, das Ergebnis: ein großer sinfonischer Klang, fein abgestimmt in Dynamik und Tempo, die Stimmungswechsel zwischen den ausgelassenen Tänzen und den düster-dramatischen Teilen wirkungsvoll herausgearbeitet.

Eine ganz ähnliche Qualität hatte der später im Programm gespielte “Tanz der Stunden” aus der Oper “La Gioconda” von Amilcare Ponchielli. Da hatte man sich dann auch mit den synthetischen Klängen fast versöhnt.

Mit weiteren Werken, einem walzerartigen Charakterstück von Thomas Bauer, Richard Gallianos jazzigem “New York Tango” und “Tanti anni prima” von Astor Piazolla, überzeugten Heinz Kruza und das Hauptorchester, vor allem durch stilistische Vielseitigkeit und ein homogenes Klangbild.

Auch der Nachwuchs war vertreten durch das Kinderorchester und einem gerade gegründeten Unterhaltungsorchester. Galina Dumrauf leitete souverän beide Ensembles, die mit viel Freude und Engagement spielten.

Einen erfrischenden Kontrast bildete das Duo Bardic. Eddie Arndt an der Gitarre und Sarah-Jane Himmelsbach an der Geige entführten das Publikum u. a. mit einer irischen Volksweise und einem Shanty zum Mitmachen in eine andere Welt, bestehend aus rockig-rauem Gesang und meditativ-betörendem Geigenklang.

Das große Akkordeonorchester beendete den vielgestaltigen Abend mit John Miles’ “Music” und einer bemerkenswerten, originell arrangierten Fassung eines kölln’schen Karnevalsliedes als Zugabe.

19.8.2010 (WAZ) – Unterhaltungsorchester neu gegründet

Akkordeonorchester erweitert sein Angebot

Das Akkordeonorchester Oberhausen e. V. hat ein neues Orchester für Freizeitspieler aller Altersklassen gegründet. Das Repertoire besteht aus gehobener Unterhaltungsmusik der Mittel- und Oberstufe.

Zwischen dem in der höchsten Schwierigkeitsstufe erfolgreich musizierenden Erwachsenenorchester und dem 2003 gegründeten Kinderorchester entstand so eine neue Option zum Mitmusizieren. “Wir haben damit sowohl ein interessantes Angebot für fortgeschrittene Akkordeon-Schüler des Vereins als auch für andere interessierte Hobby-Spieler geschaffen”, verdeutlicht Galina Dumrauf, die Dirigentin des Unterhaltungsorchesters.

Das neu gegründete Orchester spricht sowohl Akkordeonspieler an, die bereits mindestens drei Jahre Unterricht haben, als auch Erwachsene, die schon Orchestererfahrung gesammelt haben. Sie soll die Freude am gemeinsamen Musizieren verbinden. Vor den Sommerferien haben bereits zwei Proben stattgefunden, ein Einstieg ist aber noch jederzeit möglich.

Die Probe findet donnerstags von 18 bis 19:15 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus, Nohlstr. 2-4, statt. Interessierte können sich bei Andrea Kunze, Tel. 0152 0999 0435, melden oder am besten gleich mit Instrument zur Schnupperprobe vorbei schauen.

Seinen 1. öffentlichen Auftritt wird das Unterhaltungsorchester gemeinsam mit den beiden anderen Orchestern des Vereins beim Festkonzert in der Luise-Albertz-Halle am 6. November bestreiten.

24.11.09 (WAZ) – Hymnen der Romantik

Alle Klanggruppen des Akkordeon-Orchesters Oberhausen überzeugen im Herbstkonzert.

Unter der Gesamtleitung von Heinz Kruza präsentierte das Akkordeon-Orchester Oberhausen bei seinem traditionellen Herbstkonzert in der Luise-Albertz-Halle auch heuer wieder ein vielfältiges Programm. Von barocken Werken aus dem 17. Jahrhundert über folkloristische Musik bishin zu modernen Arrangements: Das Orchester zeigte sich in vielen verschiedenen Stilrichtungen.

Als Gäste wirkten in diesem Jahr “Friends of Dixieland” mit, ein Jazz-Quartett aus dem Ruhrgebiet, bestehend aus Trompete, Klarinette, Banjo und Sousaphon. Die vier traditionsbewussten Musiker boten dem Zuhörer stimmungsgeladene Jazzmusik. Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt des Kinderorchesters unter der Leitung von Andrea Kunze. Die Kinder präsentierten folkloristische Stücke aus Schottland, wie beispielsweise “Scotland, the brave” oder das traditionelle Neujahrslied “Auld Land Syne”. Bei dem Stück “Blue Sky” von Jürgen Schmieder wurde das Kinderorchester tatkräftig von der Akkordeon-Spielgruppe der Postwegschule Oberhausen unterstützt.

Das Akkordeon-Orchester bot dem Publikum vor allem Arrangements der romantischen Orchesterliteratur. Neben der Ouvertüre zu “Wilhelm Tell” von Gioacchino Rossini (1792-1868) erklangen des Weiteren das Vorspiel zur Oper “Carmen” von Georges Bizet (1838-1875) sowie Auszüge aus der “Nussknacker-Suite” von Peter Tschaikowsky (1840-1893). Solistisch trat Wilfried Scheidt positiv in Erscheinung und begeisterte das Publikum unter anderem mit dem Stück “French Touch” von Richard Galliano (*1950).

Insgesamt bot das Festkonzert eine abwechslungsreiche musikalische Gestaltung. Durch den Auftritt der “Friends of Diexieland” wurde die Atmosphäre angenehm aufgelockert. Das Akkordeon-Orchester Oberhausen wirkte eingespielt und harmonisch und begeisterte mit einem enormen Dynamikumfang.

4.8.2009 (WAZ) – Akkordeon-Orchester räumt ab

Mit mehreren Gruppierungen waren die Oberhausener beim Landestreffen des Harmonika-Verbandes in Bielefeld erfolgreich

Erstmals wieder mit mehreren Gruppierungen konnte das Akkordeon-Orchester Oberhausen an einem Wettbewerb teilnehmen. Beim diesjährigen Landestreffen des Deutschen Harmonika Verbandes in Bielefeld trat das Hauptorchester in der Erwachsenen-Höchststufe an, das Kinderorchester und die Spielgruppe in der Schüler-Elementarstufe. 21 Orchester und Ensembles waren der Einladung des Akkordeon-Studio-Orchesters Bielefeld gefolgt.

„Wir sind stolz darauf, jetzt wieder mit zwei Nachwuchs-Orchestern zu musizieren. Das zeigt uns, dass die Kooperation mit der Postwegschule in Oberhausen-Alsfeld 2007 der richtige Schritt zum Ausbau der Jugendarbeit war”, berichtet Andrea Kunze, Vorsitzende und Dirigentin des Jugendorchesters. Prädikat „ausgezeichnet” und der 2. Platz für die Spielgruppe und Prädikat „sehr gut” und der 3. Platz fürs Kinderorchester sind ein toller Erfolg, über den sich die Kinder genauso freuen wie die Dirigentinnen Galina Dumrauf und Andrea Kunze.

Die Erwachsenen, die unter der Leitung von Heinz Kruza seit vielen Jahren mit kontinuierlichen Leistungen bei Wertungsspielen überzeugen, holten auch in Bielefeld wieder das höchste Prädikat „hervorragend”. Dass Gemeinschaftssinn vor Konkurrenzdenken geht, bewiesen die Spieler des Dinslakener Orchesters: Sie hatten ihre Pauken zur Verfügung gestellt, nachdem eine der Oberhausener Pauken beim Transport beschädigt worden war.

Ein Blick in die Ensemblegeschichte: Am 31. Juli 1956 ging aus dem Zusammenschluss des „1. Hohner-Akkordeon-Orchester 1954“ mit einer Akkordeon-Spielgruppe das Oberhausener Akkordeonorchester hervor. Seit Jahrzehnten ist es fester Bestandteil des Kulturlebens. Mit seinen Auftritten bei offiziellen kommunalen Jubiläumsfeiern sowie in Gemeinschaftskonzerten mit anderen Kulturträgern hat das Orchester wesentlich zur Förderung anspruchsvoller Akkordeonmusik beigetragen.

Besondere Ereignisse waren die erfolgreiche Teilnahme an nationalen und internationalen Wettbewerben u. a. in Trossingen (1987), Gera (1996), Innsbruck (1983, 1986, 1989, 1992, 1998, 2004, 2007), Karlsruhe (2000), Herne (2003), Köln (2006) und Bielefeld (2009). Ehrenamtlicher Dirigent ist Heinz Kruza, der 1969 als Spieler zum Orchester fand und seit 1978 für die musikalische Leitung verantwortlich ist. Das Akkordeon-Orchester Oberhausen setzt sich zurzeit aus 50 aktiven und 51 fördernden Mitgliedern zusammen.