12.02.2013 – Karnevalsauftritt des Kinderorchesters

Dieses Jahr –  genauer gesagt am Veilchendienstag –  hatte das Kinderorchester erstmalig in der Gemeinde seines Probenlokales einen Auftritt. Die Oma der Spielerin Lili Steidl vermittelte uns eine Teilnahme an der Karnevalsveranstaltung in der Gemeinde Liebfrauen in Oberhausen Sterkrade.

Praktischerweise fand die Karnevalssitzung zu unserer üblichen Probenzeit genau über unserem Probenraum statt, so dass sowohl die Dirigentin als auch alle Spielerinnen und Spieler mitmusizieren konnten. Flugs hatte unsere Dirigentin Galina ein passendes Musikstück arrangiert. Nach nur zwei Proben hatten wir den Karnevals-Song „ Kinder, jetzt ist Faschingszeit“ perfekt eingeprobt und konnten ihn zusammen mit dem “Lambada-Beat“ aufführen.

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Das Publikum honorierte den gelungenen Auftritt mit einer „Rakete“, so dass das Kinderorchester  spontan entschied, das kurze und ebenso rhythmische Stück „Disco“ als Zugabe zu präsentieren.

Jede/r Spieler/in erhielt zum Lohn eine Tüte Süßes – die älteren Damen aus der 2. Reihe eine Tafel Schokolade :-) . Die 20 € Gage flossen direkt in die Jugendkasse und werden bei der geplanten Radtour im Frühjahr als Zuschuss in der Eisdiele dienen. Der Auftritt hat dem Kinderorchester viel Spaß bereitet und wir hoffen auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.

Dezember 2012 – (NRZ) Schiller lesen und die Nachtmusik tanzen

Zum neunten Mal präsentierte der Förderverein Herz-Jesu-Kirche Oberlohberg “Lyrik und Musik im November”. Schiller, Mozart und Ballett sorgten für ein volles Gotteshaus.

Ihr Geläut hat Generationen von Schülern zur Verzweiflung gebracht. Bis heute wecken die gefühlten 1000 Verse, in die Friedrich Schiller 1799 das Werden einer einzigen Glocke goss, bei vielen Menschen böse Erinnerungen an lustloses Auswendiglernen, dem in endlos erscheinenden Deutschstunden dumpfes Interpretieren zu folgen pflegte. Dass sich der Dichter auch sinnlich erfahren lässt, zeigte der Förderverein Herz-Jesu-Kirche Oberlohberg mit der neunten Veranstaltung der Reihe “Lyrik und Musik im November”. Unter dem Titel “Klassik, Tanz etc…” vereinte das 75-minütige Programm Rezitation mit Musik und Ballett.

Vereinsvorsitzende Käthi Klein hatte den Abend als “Experiment” angekündigt, das überraschen wolle. Neugierig auf diese Überraschung waren so viele Besucher, das nicht nur die Bänke der Herz-Jesu-Kirche voll besetzt waren, sondern auch noch jede Menge Stühle in das Gotteshaus geschafft werden mussten. Das Akkordeonorchester Oberhausen eröffnete den Kunstgenuss mit dem “Trumpet Voluntary” des englischen Barockkomponisten Jeremiah Clarke. Das Ballettensemble von Kristina Jefimowa übersetzte die festlichen Klänge in anmutige Bewegungen.

Dem folgte der erste Schiller. David Zieglmaier, Schauspieler der Burghofbühne, las “Die Bürgschaft”, jene gewaltige Ballade, in der der Dichter 1798 Treue und Freundschaft bis über den Tod hinaus beschwor. Mit kraftvoller Stimme schmetterte Zieglmaier die Verse in das Kirchenschiff, ließ sie nachhallen, setzte Akzente durch wohl gewählte Pausen und widerstand geschickt der Versuchung, durch ein Zuviel an Tempo das dramatische Finale zu verstolpern.

Staunen, kräftiger Applaus – plötzlich war die Tür zu Schiller wieder einen Spalt weit geöffnet. Ein einziger Text hatte genügt, um zu verstehen, was Sigrid Buchheim eingangs über den Dichter gesagt hatte. Er blicke in die Geschichte und zu Gott. Dabei sei der Tod allgegenwärtig. “Mal siegt er, und mal ist er der Verlierer.” “Der Taucher”, vorgetragen von Rosa Grunicke, der neuen Abendspielleiterin des Landestheaters, endet tödlich. Auch in “Die Kraniche des Ibykus” fließt Blut. Grunicke verstand es, den hohen geistigen Anspruch dieses etwas in Vergessenheit geratenen Werkes herauszuarbeiten, ohne dabei das Volkstümliche zu vernachlässigen. Auch für ihren Vortrag gab es kräftigen Beifall.

Dem Wort folgte der Klang. Das Akkordeon-Orchester Oberhausen unter der Leitung von Heinz Kruza überzeugte mit “Eine kleine Nachtmusik” von Mozart. Zur Freude des Publikums gab es diesmal nicht nur den viel gespielten ersten Satz (Allegro), sondern auch die Romanze, das Rondo und zum Finale das Menuetto. Das sanfte “Ave Verum”, Mozarts himmlisches Gebet an den Erlöser, der für die Sünden der Menschen sein Blut vergossen hat, wäre gut ohne Balletteinlage ausgekommen. Das Finale der “Nachtmusik”, das Kristina Jefimowa mit einem Solo adelte, gewann durch den Spitzentanz.

Zum Schluss gab’s Pathos, Euphorie, ein Schwelgen in Gefühlen: Schillers freundschaftstrunkene, weinselige “Ode an die Freude”, erst gelesen, dann gesungen. Beethoven für alle. Das Publikum stimmte mit ein. Es tat es in dem guten Gefühl, dem deutschen Klassiker Friedrich Schiller, der die geistvollen Dinge bis heute klug in Erinnerung zu rufen versteht, wenn man ihm nur gut genug zuhört, ein Stückchen nähergekommen.

November 2012 – (WAZ) Musiker begeisterten mit großer Spielfreude

Beim Jubiläumskonzert des Akkordeonorchesters

Das Akkordeon Orchester Oberhausen e. V. gehört seit vielen Jahren zur Spitze der Oberhausener Kulturszene. Das zeigten die Akkordeonisten mit einem bunten Programm bei ihrem Festkonzert in der Luise-Albertz-Halle.

Gekonntes Zusammenspiel
Im ersten Konzertteil stellte das Erwachsenenorchester, NRW-Landesmeister 2012 beim Wettbewerb des Deutschen Harmonika Verbands (DHV), sowohl in der Festive Overture von Shostakovitsch als auch beim gespenstisch anmutenden Danse Macabre im gekonnten Zusammenspiel sein Können unter Beweis. Ausdrucksstark mit differenzierter Dynamik in buntem Wechsel von unterschiedlichen Registerklängen wurden die Schwabenstreiche des zeitgenössischen Komponisten Adolf Götz in sieben Variationen über das Volkslied “Jetzt gang i ans Brünnele” dargeboten. Die ehemalige Konzertmeisterin Sabine Könke brillierte als Solistin mit Piazzollas Adios Nonino, den ersten Teil rundete das Kinderorchester ab, das sein zehnjähriges Konzertjubiläum feierte.

Von der rockig poppigen Seite präsentierte sich das vor zwei Jahren gegründete Unterhaltungsorchester. Unter der Leitung ihrer Dirigentin Galina Dumrauf begeisterten die Musiker mit großer Spielfreude, unterstützt durch die junge Sängerin Christina Pekel beim kraftvoll und gleichsam berührend vorgetragenen Titellied “Nur für mich” aus Les Miserables.

Danke für die Musik als Zugabe
Mit Film- und Musical-Melodien und dem abschließenden furiosen Medley aus “Lord of the dance” komplettierte das Erwachsenenorchester ein Programm, das die große Bandbreite des Akkordeonspiels aufzeigte und zu Recht von seinen treuen Anhängern begeisternd gefeiert wurde. Mit der Zugabe “Thank you for the Music” endete ein überzeugender Musikabend, der Musikern und Publikum in guter Erinnerung bleiben wird.

September 2012 – (WAZ) Mit Sangesfreude und Biss

150 Jahre Oberhausen: Chöre begeistern mit Abschlusskonzert

150 Jahre Oberhausen, 50 Jahre Luise-Albertz-Halle – das ist eine Festwoche wert. Deren letzte Veranstaltung fand unter dem Motto “Taste trifft Stimme” mit einem Großaufgebot von Mitwirkenden statt.

Mit von der Partie waren das Akkordeon-Orchester Oberhausen unter der Leitung von Galina Dumrauf und Heinz Kruza, die Chorgemeinschaft “MGV Cäcilia” und der Kolpingchor” Sterkrade, der Frauenchor “Cantabile” Buschhauen, alle unter der Leitung von Marco Rohde. Schließlich Helga Borns als Gesangssolistin und Beate Grziwotz am begleitenden Klavier.

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Die eröffnende “Rhapsodia Andalusia” des Akkordeon-Orchesters zeigte das Niveau, auf dem auch in den anderen Beiträgen musiziert wurde: Spielfreude paarte sich mit Gespür für klangliche Differenziertheit, auch rhythmisch vertrackte Partien hatten den nötigen Biss.

Auf vergleichbarem Niveau waren die Darbietungen der Chöre, wobei vor allem der Frauenchor durch die Verbindung von Präzision mit sicht- und hörbar swingender Singfreude gefallen konnte. Besonders bejubelt sein mit komödiantischem Witz ausgestattetes “Schuld war nur der Bossanova”. Zur Pause und zum Schluss versammelten sich alle Ausführenden auf dem Podium.

Die Steigerung in “Conquest of Paradise” geriet auf diese Weise sehr beeindruckend, aber erfreulicherweise nicht so überzogen, wie man es bei der Vielzahl der Mitwirkenden hätte befürchten können.

Eine Facette eigener Art brachte die Solistin Helga Borns mit einem Hildegard-Knef-Medley ins Programm: Mit etwas rauchiger Stimme kess pointiert bis leicht lasziv. Dass das Ganze nicht ohne Zugaben schloss, versteht sich fast von selbst.

Von einer Konzert-Reihe zu dem gegebenen Anlass wäre eigentlich zu erwarten, dass sie das entsprechende Profil einer Stadt in ganzer Bandbreite wenigstens andeutet. Es gibt in Oberhausen hervorragende Chöre, die seit Jahren die größten Werke der Chorliteratur in beeindruckender Weise zu Gehör bringen. Die Stadt hat mehr zu bieten, als “nur” gepflegte Volkstümlichkeit.