11.12.2010 – Weihnachtsfeier des Vereins

Samstag wurde es in unserem Probenraum in der Nohlstraße weihnachtlich

Die diesjährige Vereinsweihnachtsfeier begann nicht ganz pünktlich um kurz nach 15 Uhr mit dem Unterhaltungsorchester. Danach folgte ein Höhepunkt dem nächsten: Solobeiträge, verschiedene Formationen, Gedichte und Lieder standen auf dem Programm. Durch die große Vielfalt kam kein Gefühl der Länge auf. Verführerisch wartete im Hintergrund das Kuchenbuffet aus den gespendeten Kuchen. Die 100 Teilnehmer der Feier waren alle der Meinung: das war ein würdiger Abschluss des musikalischen Jahres des Vereins.

Eure Andrea Kunze

22.11.2010 (RP) – Tango in der Kirche – zarte Berührungen und große Gefühle

von Ralf Schneider, Rheinische Post

Dinslaken (RP) Die Liebe triumphiert über das Verlangen, Sehnsucht und Melancholie werden zu respektvoller Geste und leiser Bewegung, zu behutsamer Annäherung und zartem Schweben. Tango in einer Kirche zu tanzen, verlangt Respekt vor dem sakralen Raum. Zollen ihn die Tänzer, eröffnen sich ihnen neue Möglichkeiten der Berührung, des Loslassens und Sich-Findens. Auch aus der Distanz beobachtet, ist dies ein Erlebnis. Die rund 140 Besucher in der Herz-Jesu-Kirche Oberlohberg spürten dabei zugleich große Nähe. In der Reihe “Lyrik und Musik im November” präsentierte der Förderverein der Kirche am Sonntagabend als drittes Element den Tanz. Passend zum Thema “Toca me” – das ist Argentinisch und bedeutet “Berühre mich!” – konnte dies nur der Tango sein.

Die Akustik in der Herz-Jesu-Kirche begeisterte auch das Akkordeonorchester Oberhausen. Unter der Leitung von Heinz Kruza spielten die Musiker Stücke von Astor Piazzolla.

Perfekte Harmonie

Melanie Bongert und Peter Keup präsentierten ihn in perfekter Harmonie. Gerade so, als wollten sie das Publikum spüren lassen, was der argentinische Komponist und Bühnenautor Enrique Santos Discépolo damit meinte, als er sagte, Tango sei ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann. Musikalisch unterstützt vom Akkordeonorchester Oberhausen, das die Reise nach Lateinamerika mit einigen besonders getragenen und sehr gefühlvollen Kompositionen von Astor Piazzolla begleitete, übersetzte das Paar diesen Gedanken in Drehungen und Achten, enges Kreuzen der Beine und schwungvolles Spiel mit dem Abstand soweit es die begrenzten Platzverhältnisse im Mittelgang des Gotteshauses erlaubten. In vorangegangenen Veranstaltungen hatte das Wort stets mehr Gewicht als der Klang. Diesmal gelang es dem Förderverein, Literatur, Musik und Tanz so miteinander zu verbinden und ineinanderfließen zu lassen, dass jede Darbietung für sich genommen das Publikum berührte, zugleich aber unverzichtbarer Bestandteil eines vollkommenen Dreiklangs war. Musik und Tanz erschöpften sich nicht darin, stimmungsvolle Brücken zwischen den Textblöcken zu schlagen. Sie ergänzten die Lyrik.

Auch die hatte ihren ganz eigenen Klang. Den Schwerpunkt bildete das Werk des argentinischen Dichters Jorge Luis Borges. Lars Helmer, leitender Dramaturg der Burghofbühne, rezitierte Milongas, eine Weiterentwicklung der improvisierten Lieder der Gauchos, Lieder, in denen von Unschuld und Mut die Rede ist, von Feindes Messern und stummen Dolchen. Auch stellte er einige von Borges’ Gedichten vor, jedes einzelne ein komplexes Gedankengeflecht. Es zu entschlüsseln, kostete mitunter einige Mühe. Wer die nicht aufbringen wollte, konnte sich aber auch nur dem Wohlklang der Worte hingeben. Und das in zwei Sprachen: Lars Helmer trug die Gedichte in deutscher Sprache vor, Dr. Jimena Torres auf Spanisch. Auch das berührte die Zuhörer. Das Publikum applaudierte lang und kräftig.

8.11.2010 (WAZ) – Viel Qualität und Tempo

Robert Weinsheimer – WAZ

Das Akkordeonorchester-Oberhausen unter der Gesamtleitung von Heinz Kruza lud am Samstag zum Konzert in die Luise-Albertz-Halle und bot neben Bearbeitungen klassischer Literatur auch Originalkompositionen und Südamerikanisches. Als Gast trat das Duo Bardic an, das mit Geige, Gitarre und Gesang irisch-schottischen Folk-Rock präsentierte.

Der Abend begann anspruchsvoll mit Tschaikowskys “Capriccio italien”. Wie im ursprünglichen Orchesterwerk kamen Pauken und Schlagwerk zum Einsatz, die Akkordeonisten übernahmen hauptsächlich den Part der Streicher. Etwas gewöhnungsbedürftig war zunächst der Klang der drei Synthesizer, auf denen die übrigen Orchesterstimmen der Bläser, Harfe usw. simuliert wurden.

Umso erstaunllicher, das Ergebnis: ein großer sinfonischer Klang, fein abgestimmt in Dynamik und Tempo, die Stimmungswechsel zwischen den ausgelassenen Tänzen und den düster-dramatischen Teilen wirkungsvoll herausgearbeitet.

Eine ganz ähnliche Qualität hatte der später im Programm gespielte “Tanz der Stunden” aus der Oper “La Gioconda” von Amilcare Ponchielli. Da hatte man sich dann auch mit den synthetischen Klängen fast versöhnt.

Mit weiteren Werken, einem walzerartigen Charakterstück von Thomas Bauer, Richard Gallianos jazzigem “New York Tango” und “Tanti anni prima” von Astor Piazolla, überzeugten Heinz Kruza und das Hauptorchester, vor allem durch stilistische Vielseitigkeit und ein homogenes Klangbild.

Auch der Nachwuchs war vertreten durch das Kinderorchester und einem gerade gegründeten Unterhaltungsorchester. Galina Dumrauf leitete souverän beide Ensembles, die mit viel Freude und Engagement spielten.

Einen erfrischenden Kontrast bildete das Duo Bardic. Eddie Arndt an der Gitarre und Sarah-Jane Himmelsbach an der Geige entführten das Publikum u. a. mit einer irischen Volksweise und einem Shanty zum Mitmachen in eine andere Welt, bestehend aus rockig-rauem Gesang und meditativ-betörendem Geigenklang.

Das große Akkordeonorchester beendete den vielgestaltigen Abend mit John Miles’ “Music” und einer bemerkenswerten, originell arrangierten Fassung eines kölln’schen Karnevalsliedes als Zugabe.